Geschichte und Geschichten 


1231 - Gründung der klösterlichen Niederlassung Eppinghoven

Das Zisterzienserinnenkloster Eppingoven beherbergte lange Zeit die "Röckrather" Urkunde.
Das Kloster Eppinghoven wurde als Kloster Mariensaal gemeinsam mit dem Kloster Saarn um 1214 Karlesforst (Kaarst) gegründet, im selben Jahr dem Zisterzienserorden einverleibt und der Autorität des Abtes von Kamp unterstellt. Kaarst und Saarn standen in den ersten beiden Jahrzehnten ihrer Existenz unter der gemeinsamen Leitung der Äbtissin Wolberna. 1231 kam es aufgrund einer Schenkung des Neusser Ehepaares Sibert und Gisela zu einer Verlegung des Konvents nach Eppinghoven.

Bild 1

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Eppinghoven

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1238 - erste urkundliche Erwähnung von Röckrath 


Der Edelmann Florentius aus Wevelinghoven und seine Frau Beatrix schenken der Kirche 3 Morgen Land für Ihre Errettung. Das beurkundet u.a. der damalige Erzbischof von Köln, Konrad von Hochstaden.

Zur Urkunde und deren Übersetzung 


 Quelle:  LAV NRW R, AA 0246 Eppinghoven, Rep. u. Hs., Nr. 1
 

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1885 - Freches Verbrechen in Röckrath

 

In der Zeitung Düsseldorfer Volksblatt erschien am 07.10.1885 unter der Rubrik "Statistik der Roheit und des Verbrechens"  folgender Zeitungsbericht über einen "frechen" Überfall auf einen Bäckersohn an der Linde in Röckrath.
 
 Grefrath (bei Neuß). Gestern Nachmittag gegen 3 1/2 Uhr wurde zwischen hier und dem wenige Minuten entfernt liegenden Orte Röckrath ein frecher Raubüberfall verübt.
 
 Die "N.-Grev. Ztg" berichtet: Der dreizehnjährige Sohn eines hiesigen Bäckers und Wirtes fuhr mit einem Ponywagen Backwaren weg. An der Röckrather Linde tritt ein Vagabund, der bis dahin im Grase gelegen hatte, in den Weg, schlägt zuerst das Pferd mit einem Kugelstock vor den Kopf, so daß es zu Boden fiel, und riß dann dem Knaben vom Wagen herunter. Der Räuber untersuchte die Taschen des betäubten Knaben, fand aber nur ein leeres Portemonnaie und entfernte sich auf einem Feldwege auf Kreitz und Holzheim zu.
 Eine Verfolgung "des Straßenräubers" blieb ohne Resultat, da dieselbe erst eintrat, als der wieder zu sich gekommene Knabe von der Fahrt nach Hause kam. Nach Aussage des mißhandelten Knaben hatte der Verbrecher einen dunklen Bart und trug einen grauen Rock.
 
 Bild 1 

 

Quelle: Düsseldorfer Volksblatt vom 07.10.1885 (269) 

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1927 - Ausbau des Weges Röckrath-Grefrath 1927 - 1935

 

Wegewart Flintz meldet am 17.09.27 an den Bezirksbürgermeister, dass der Kommunalweg zwischen Grefrath und Röckrath zerstört sei.  Dieser Kommunalweg hat eine Länge von 750 m. Den Rücken der Fahrbahn solle man in der Mitte aufreißen und auf 4 m Breite regulieren. Die Kosten betragen  2.950 Mark, Der Bürgermeister begründet die Schadensersatzforderung an den Kreistag wie folgt: "Es trifft zu, dass die Notwendigkeit des Ausbaus des Weges hauptsächlich auf die besondere Abnutzung infolge des Neubaus der Provinzialstraße Rtg. Giesenkirchen  (heutige Lüttenglehner Str.) zurückzuführen ist. Die den Neubau ausführende Baufirma hat den Gemeindeweg tatsächlich vollständig in Grund und Boden gefahren, so, dass er heute fast unbefahrbar wäre". Die Transportmaschine für den Transport der Mischmaschine von Kapellen zur Provinzialstr. Grefrath-Glehn-Giesenkirchen über den Gemeindeweg in Röckrath war zu schwer. 
Da die kleine Gemeinde Grefrath mit 1.334 EW wenig leistungsfähig ist, wird für Straßeninstandsetzungen ein Zuschußantrag in Höhe von 1.000 Mark an den Kreistag gestellt, dem auch stattgegeben wird. 

 

Quelle: C.03 - 06 / Bürgermeisterei Grefrath, Nr. 27 

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1948 - Die Personenstandserhebung vom 10.10.1948

 

Am 10.10.1948 wurde in Röckrath eine sog. Personenstandserhebung  durchgeführt. Heute würde man "Volkszählung"  oder ganz neudeutsch "Zensus" dazu sagen. Dabei mußte von jedem Haushalt ein Fragebogen ausgefüllt werden, der neben der Adresse des Gebäudes auch den Namen des Hausbesitzers und der weiteren Bewohner der Liegenschaft enthielt. Ebenso wurden die Geburtsdaten und  verwandschaftlichen Verhältnisse sowie die Berufe der Bewohner abgefragt. Aus all diesen Daten  konnten folgende Erkenntnisse gewonnen werde:
 
 Am 10.10.1948 hatte Röckrath 157 Einwohner, 
 davon waren 80 männlichen Geschlechts, 77 waren weiblich.  
 Das Durchschnittsalter betrug 32,2 Jahre. 
 
 Von den 157 Personen sind:
 59 Hausfrauen
 34 Schüler (zwischen 5 und 18 Jahren)
 19 Personen waren als Landwirt, landwirtschaftlicher  Gehilfe oder Ackergehilfe tätig.
 Ebenfalls 19 gingen handwerklichen oder anderen Berufen nach, wie z.B: Wegewärter, Schmied, Schlosser, Maler / Anstreicher, Kraftfahrer, Bauarbeiter, Eisenbahner, Beifahrer, Fabrikarbeiter , Milchhändler oder waren im elterlichen Betrieb angestellt. 

9 Rentner und 8 Kinder unter 4 Jahren konnten gezählt werden, ebenso 4 Lehrlinge, 3 kaufm. Angestellte sowie 2 Flüchtlinge. 
 Unter den erfassten Personen gab es Invalide, Wohlfahrtsempfänger sowie verwitwete Personen.
 In Röckrath gab es zu dieser Zeit 27 Häuser und Höfe sowie 29 Besitzer. 
 Einige Häuser hatten mehrere Besitzer. Folgend eine Liste der Besitzer, die ermittelt werden konnten. 

Benz, Berns, Bienefeld
 Bohr, Clemens, Dahmen
 Derichs, Engels, Esser
 Müller,  Paumen, Ritterbach
 Rothausen, Schiefer, Schnock
 Segger, Steins, Stump
 Thissen, Tieves, Mielke
 Schmitz, Dahmen (Dahmenhof)

 
 

Quelle: eigene Erhebungen aus dem Personenstandsregister vom 10.10.1948 
 

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1967 - Inbetriebnahme der Raketenstation Hombroich

 

Nach dem Bau einer Kaserne für 300 Soldaten der belgischen Militärstreitkräfte im Jahr 1962  wurde im Auftrag der Amerikaner auf 13 ha die Raketenstation Neuss-Hombroich gebaut. 1967 wurde sie von einem belgischen Raketengeschwader in Dienst genommen. 
 Auf der Raketenstation wurden Nike-Hercules-Raketen (MIM-14) bereitgehalten, die eine Reichweite von bis zu 150 km hatten und mit dem Nuklearsprengkopf W31 bestückt waren. 
 Die Raketen wurden im Rahmen des INF-Vertrages 1988 demontiert und abtransportiert. Der Standort wurde 1990 geschlossen. 
 Seit 1997 ist die Raketenstation Teil der Stiftung Museum Hombroich. 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Raketenstation_Hombroich 

 

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1970 - Beginn der Bauarbeiten für die Weststr. 

Ein neuer Flächennutzungsplan aus 1968 sorgt für die Realisierung neuer Baugebiete in Grefrath und auch Röckrath, um den Zuwachs von mehr als 2.000 neuen Einwohnern möglich zu machen. In Rahmen dieser Entscheidung entsteht in Röckrath die Weststr. Nach dem Beginn der Bauarbeiten in 1970 ziehen die Ersten neuen Einwohner schon 1972 ein. Die neuen Bebauungspläne sorgten für eine grundsätzliche Wende in der Bevölkerungsentwicklung. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung wurde Grefrath 1975 Ortsteil von Holzheim.
 
 Bild 1 

 

Quelle: J. Metzdorf (Hrsg), Die Straßen von Neuss, Neuss 2019, Seite 167 

 

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